Für Eltern

Fragen Sie nicht nur, ob Ihr Kind KI nutzt. Fragen Sie, wie.

Sie müssen nicht alles über KI wissen, um mit Ihrem Kind darüber zu reden.

Private Seite, keine Schulinformation. PromptPädagogik ist das private Projekt eines Lehrers. Die Seite spricht nicht für eine Schule oder Schulbehörde und enthält keine Aussagen zu bestimmten KI-Diensten oder Plattformen.
Worum es geht

KI verstärkt – sie ersetzt nicht

Schwacher, kurzer Prompt KI verstärkt Noch schwächeres, oberflächlicheres Ergebnis dieselbe KI, anderer Input Durchdachter, rollenbasierter Prompt KI verstärkt Kluges, kreatives Ergebnis
Die KI verstärkt, was du ihr gibst. Der Unterschied liegt nicht in der KI – er liegt im Prompt.

PromptPädagogik zeigt, wie Kinder und Lehrkräfte KI so nutzen, dass sie das Denken anstößt, statt es zu ersetzen. Die Frage, die dabei zählt, ist nicht „Darf mein Kind KI nutzen?“, sondern: Wie geht es mit ihr um?

Chancen und Risiken

Wenige Aussagen, die belegt sind

Chancen

Gute Prompts schützen das Lernen. Mit Prompts, die Hinweise geben statt Lösungen, schnitten Jugendliche in der Übung deutlich besser ab, ohne den Nachteil danach (siehe Grafik).

Abfragen statt Nachlesen. Sich selbst testen zählt zu den am besten belegten Lernmethoden. Eine KI kann dabei abfragen, ohne zu verraten (Dunlosky u. a. 2013).

Risiken

Fertige Lösungen können Lernen kosten. Wer in der Übung eine KI ohne Schutz nutzte, schnitt danach ohne KI schlechter ab als die Gruppe, die nie KI hatte (siehe Grafik).

KI kann überzeugend Falsches sagen. In einer Untersuchung waren 18 % (GPT-4) bis 55 % (GPT-3.5) der erzeugten Literaturangaben erfunden. Das betrifft ältere Modelle und wissenschaftliche Angaben; heutige Modelle können abweichen (Walters und Wilder 2023).

Eingaben verlassen das Gerät. Bei Online-Diensten werden sie auf fremden Servern verarbeitet. Das ist ein Grundsatz, keine Studie: Deshalb gehören persönliche Angaben nicht hinein (siehe unten).

+48 % +127 % −17 % Übung mit KI, ohne Lernschutz Übung mit KI, mit Lernschutz Danach ohne KI (Gruppe ohne Lernschutz)
Vereinfacht nach Bastani u. a. (2025): Veränderung der Leistung im Vergleich zu Schülerinnen und Schülern, die nie KI hatten. Knapp 1.000 Jugendliche, Mathematik. Mit Lernschutz wurde der Nachteil danach weitgehend aufgefangen.
Der Unterschied liegt im Prompt

Derselbe Wunsch, zwei Prompts

Das Denken wandert zur KI

„Löse mir diese Aufgabe.“

Das Denken bleibt beim Kind

„Erkläre mir den ersten Schritt und gib mir einen Tipp. Löse die Aufgabe nicht für mich. Prüfe danach meine Lösung.“

Das ist der Kern von PromptPädagogik. Passende Übungsprompts gibt es im Bereich für Schülerinnen und Schüler.

Datenschutz

Was gehört in einen KI-Chat?

Grün – unbedenklich
Fachfragen, Übungsaufgaben, Erklärungen, eigene Texte ohne persönliche Angaben.
Gelb – lieber weglassen
Geschichten über Freundinnen, Freunde und Familie. Angaben über andere Menschen gehören nicht Ihnen oder Ihrem Kind allein.
Rot – nie eingeben
Namen, Adresse, Schule, Klasse, Fotos von Personen, Zeugnisse und Noten mit Namen, Gesundheitsdaten.

Ob ein bestimmter Dienst für die Schule zugelassen ist, entscheidet die Schule. Diese Seite gibt dazu keine Auskunft.

Fragen für den Küchentisch

Das Gespräch zählt mehr als jede Regel

Fragen Sie neugierig, nicht kontrollierend. Es gibt keine falschen Antworten. Fünf Fragen zum Anfangen:

Wofür nutzt du KI am liebsten?
Wann hat dir KI geholfen, etwas wirklich zu verstehen?
Wann hat sie dir nur Arbeit abgenommen?
Welche Angaben würdest du nie in einen Chat schreiben?
Woran merkst du, dass eine Antwort nicht stimmen könnte?
Demnächst
Gesprächskarten mit Antwortmöglichkeiten zum Ankreuzen, die nichts speichern und nichts auswerten.
Quellen
  • Bastani, H. u. a. (2025): Generative AI without guardrails can harm learning: Evidence from high school mathematics. Proceedings of the National Academy of Sciences 122 (26), e2422633122.
  • Dunlosky, J., Rawson, K. A., Marsh, E. J., Nathan, M. J., Willingham, D. T. (2013): Improving students' learning with effective learning techniques. Psychological Science in the Public Interest 14 (1).
  • Walters, W. H., Wilder, E. I. (2023): Fabrication and errors in the bibliographic citations generated by ChatGPT. Scientific Reports 13, 14045.